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Euro-Frust für Schweizer Reiseanbieter

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«Der Run auf Tickets für die Fussball-Euro in Deutschland ist gigantisch», sagt Marco Bolli, Head of Sport bei Knecht Reisen, zu Travelnews. «Seit ich in diesem Business bin, habe ich noch nie einen derartigen Hype erlebt.»

Beim letzten Turnier, der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, seien die Bedenken aufgrund der Reisestrapazen und der Menschenrechtsverletzungen bei etlichen Fussball-Fans gross gewesen. «Deshalb haben viele von ihnen auf einen Trip verzichtet, den sie jetzt bei der Europameisterschaft nachholen wollen», so Bolli.

Das Interesse sei auch massiv höher als 2016 für die EM in Frankreich, als letztmals eine Welt- oder Europameisterschaft in einem Schweizer Nachbarland stattfand. «Damals sind wir deutlich einfacher an Tickets herangekommen als jetzt», berichtet der Sport-Reiseprofi.

Eher kleine Gruppen, bescheidene Packages

Die Nachfrage nach Tickets ist diesmal so gross, dass auch das gute Netzwerk von Marco Bolli nur beschränkt hilft. «Natürlich haben Sponsoren und Angehörige der Spieler Vorrang bei der Ticketvergabe», sagt er. «Es sind alle Sportreise-Anbieter im gleichen Dilemma.»

Aufgrund der fehlenden Kontingente ist die Zahl der Schweizer Fussball-Liebhaber, die mit Knecht Sportreisen die Spiele besuchen, überschaubar. Es handelt sich laut Bolli um mehrere Dutzend Nati-Fans, die ein Euro-Package gebucht haben. «Wir bieten nur das an, was wir auch wirklich umsetzen können.»

«70 bis 80 Prozent unserer Kundinnen und Kunden reisen selbständig an», erklärt er. Sie hätten lediglich die Unterkunft und die Betreuung vor Ort gebucht. «Für das zweite Spiel der Schweiz gegen Schottland und das dritte gegen Deutschland führen wir Gruppenreisen mit dem Bus durch, mit jeweils drei Übernachtungen an den Spielorten in Köln respektive Frankfurt», so Bolli. Diese Angebote sind ausverkauft. Es besteht eine Warteliste.

Am harten Kampf um Tickets ist auch Travelclub beteiligt, der grösste Schweizer Anbieter von Fanreisen. Im Vergleich zu den letzten grossen Turnieren sei die Nachfrage mindestens doppelt so gross», bestätigt Managing Director Victor Tinari auf Anfrage. Wobei es deutlich schwieriger als in der Vergangenheit sei, an Tickets für die Schweizer Spiele zu kommen.

«Bei uns sind fünf von neun Packages bereits ausverkauft», so Tinari. Wobei vor allem das Interesse an den günstigeren Angeboten mit einer eher kurzen Aufenthaltsdauer sehr gross war. «Ich gehe derzeit davon aus, dass eine tiefe vierstellige Zahl von Schweizer Fussball-Fans mit Travelclub an die Europameisterschaft nach Deutschland reisen wird», sagt Tinari.

Was diese Zahlen für die Unterstützung der Schweizer Nationalmannschaft in den Stadien bedeutet, ist schwierig abzuschätzen. «Viele Nati-Fans dürften sich im Internet selbst Tickets für die Spiele besorgt haben und auf eigene Faust mit dem Auto oder der Bahn anreisen.

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