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Heimlich zwei Vollzeitjobs parallel: Ist das auch in Deutschland möglich?

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In den USA hat ein 22-Jähriger zwei Vollzeitjobs – ohne, dass seine Arbeitgeber Bescheid wissen. So verdient er fast 150.000 US-Dollar im Jahr. Geht das auch in Deutschland?

Zwei Vollzeitjobs im Home-Office mit wenig Arbeitsstunden


Seit Mai geht die Geschichte eines US-Amerikaners durch die Medien, der ohne Kenntnis seiner Arbeitgeber zwei Vollzeitjobs hat: Der Mann arbeitet nach Berichten von t3n im Home-Office und hat bei seinem ersten Job nach einer Weile gemerkt, dass er die für die ganze Woche eingeplante Arbeit regelmäßig in gerade einmal zehn bis 15 Stunden schafft. Aus Langeweile – und, um mehr Geld zu verdienen – hat der Mann also einen zweiten Home-Office-Job angefangen.


Mittlerweile, so heißt es in den Medien, arbeitet der Anfang Zwanzigjährige seit einiger Zeit erfolgreich in zwei Jobs in vergleichsweise wenig Arbeitszeit. Für seinen Geldbeutel bedeutet das laut t3n auch eine Verdopplung des Gehalts: statt 75.000 US-Dollar verdient der Mann nun scheinbar 144.000 US-Dollar jährlich.

Nicht möglich in Ländern mit besonders gutem Arbeitnehmerschutz


Obwohl die gleichzeitige Anstellung in zwei Vollzeitjobs in den USA nicht verboten ist, bleibt der Mann in den Medien anonym: Weil keiner der Arbeitgeber über den jeweils anderen Job seines Mitarbeiters Bescheid weiß, könnten beide ihn wegen Misstrauen abmahnen oder vermutlich sogar entlassen – schließlich arbeitet er deutlich weniger Stunden als eigentlich vorgesehen.


Theoretisch könnte überall auf der Welt jeder, der bei einem Home-Office-Job unterfordert ist, einfach einen zweiten Job anfangen. In der Umsetzung ist das aber tatsächlich gar nicht so einfach, denn in Ländern, in denen Arbeitnehmer besser geschützt werden als in den USA, ist eine zu hohe Zahl Arbeitsstunden illegal.

Zwei Vollzeitjobs ohne Kenntnis der Arbeitgeber in Deutschland legal kaum möglich


Deutschland gehört zu diesen Ländern, es könnte also schwierig werden, hierzulande unbemerkt in zwei Vollzeitjobs zu arbeiten. Als Richtwert für die zulässige Zahl an Arbeitsstunden und die Regelung der Pausenstunden zwischen zwei Arbeitstagen gilt in der Bundesrepublik die vertraglich vereinbarte Stundenzahl – in der Praxis weniger zu arbeiten, macht das Unterfangen also nicht plötzlich legal. Hinzu kommt, dass in den meisten Anstellungsverträgen bei deutschen Arbeitgebern vereinbart wird, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber (auch aus steuerlichen Gründen und wegen der Sozialversicherung) über Nebenbeschäftigungen informieren muss. Tut man dies nicht, stellt das einen Vertragsbruch dar und der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer abmahnen oder in besonders schweren Fällen sogar eine Kündigung aussprechen. Auch, wenn die Nebenbeschäftigung bei der direkten Konkurrenz des Haupt-Arbeitgebers ist, kann dies Folgen haben. Fest steht also: In Deutschland ist eine gleichzeitige Anstellung in zwei Vollzeitjobs legal kaum möglich.


Redaktion finanzen.net

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