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Inflation in Deutschland steigt im Mai leicht auf 2,4 Prozent – das sind die Gründe

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Die Inflation in Deutschland ist im Mai wieder leicht gestiegen.
Julian Stratenschulte/picture alliance via Getty Images

  • Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai leicht von 2,2 auf 2,4 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.
  • Ein Grund: Der dämpfende Effekt durch das „Deutschlandticket“, das vor einem Jahr eingeführt wurde, fällt nun aus dem Jahresvergleich der Preise heraus.
  • Die höhere Inflation war etwa so erwartet worden. Sie sollte daher auch keinen Einfluss auf die  Europäische Zentralbank haben. Die EZB hatte angedeutet, kommende Woche die Leitzinsen erstmals wieder zu senken.

Die Preise in Deutschland sind im Mai im Jahresvergleich wieder etwas schneller gestiegen. Die Inflationsrate legte lauf 2,4 Prozent zu – nach 2,2 Prozent im April. Das teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten mit dem Anstieg aufgrund eines Sondereffekts gerechnet. Er dürfte daher keinen großen Einfluss auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben. Die EZB hat angedeutet, die Leitzinsen für die Eurozone in der kommenden Woche erstmals seit langer Zeit wieder zu senken.

Ein Grund für den Wiederanstieg der Inflationsrate liegt in einem Sondereffekt: Im Mai 2023 war das „Deutschlandticket“ für 49 Euro für den Regional- und Nahverkehr eingeführt worden. Das drückte seither die Inflationsrate im Vorjahr um jeweils rund 0,15 Prozentpunkte. Dieser Basiseffekt fällt nach einem Jahr nun weg, die Inflationsrate steigt entsprechend.

Die Teuerung in Deutschland hatte sich seit ihrem Höhepunkt von 8,8 Prozent während der Energiepreiskrise im Oktober 2022 stetig abgekühlt. Sie liegt aber immer noch leicht über dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Betrachtet man nur die Kernrate der Inflation ohne die Preise für Energie und Nahrung liegt die Inflationsrate unverändert bei 3,0 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat April stiegen die Preise im Mai lediglich um 0,1 Prozent. Auch dies spricht dafür, das der Preisdruck in Deutschland aktuell eher gering ist.

Die Energiepreise waren im Mai trotz der ausgelaufenen Preisbremsen für Gas und Strom und der Erhöhung des CO2-Preises um 1,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Auch der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln lag mit 0,6 Prozent deutlich unterhalb der allgemeinen Preissteigerungsrate. Dagegen stiegen die Preise für Dienstleistungen um 3,9 Prozent zum Mai 2023.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet am 6. Juni wieder über die Leitzinsen in der Euro-Zone. Es gilt als sicher, dass die EZB dann die Zinswende einleitet. Experten, wie Jan Holthusen von der DZ Bank, rechnen damit, dass die EZB die Zinsen zunächst in einem kleinen Schritt um 0,25 Prozentpunkte senkt. Zwischen Juli 2022 und September 2023 hatte die EZB die Zinsen im Kampf gegen die Inflation in zehn Schritten um insgesamt 4,5 Prozentpunkte angehoben.

Steigende Preise verringern die Kaufkraft der Einkommen. Sie drücken damit den Konsum und bremsen die Konjunktur. Inflation trifft zudem Menschen mit geringen Einkommen und wenig Vermögen stärker als Vermögende. Wenn die Inflation nun zurückgeht, ist das gut für Verbraucher und die Konjunktur. So sind bereits 2023 die Einkommen erstmals seit vier Jahren wieder stärker gestiegen als die Preise. 2024 sollte die Kaufkraft der Verbraucher nach Einschätzung von Ökonomen kräftig zunehmen. Im ersten Quartal 2024 stiegen die Realeinkommen um 3,8 Prozent. Auch die realen Zinsen auf Sparguthaben und Festgeld sind bei einigen Instituten wieder positiv.

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