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Fashion

Met Gala 2024: Animation, KI und Gerüche – so werden bei der Ausstellung “Sleeping Beauties: Reawakening Fashion” ikonische Kleidungsstücke zum Leben erweckt

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Eine der unwahrscheinlichsten “schlafenden Schönheiten” der Ausstellung ist ein Mantel von Jonathan Anderson für Loewe, der – im landwirtschaftlichen Sinne – mit Grassamen bedeckt ist. Mit der Zeit wächst das Gras und bildet einen üppigen grünen Pelz. Bolton wird hiermit also einen lebenden Mantel zeigen, der im Laufe der Ausstellung langsam abstirbt und schließlich durch eine bereits gewachsene Version ersetzt wird (währenddessen läuft in der Nähe ein Zeitraffervideo vom Sprießen des Grases). Ein weiterer Beitrag von Anderson zur Schau, ein Outfit, in dessen Mittelpunkt eine große Nachbildung einer Anthurien-Pflanze steht, wird in den Gartengalerien zu sehen sein – und damit mehr zum Objekt werden, als es jemals auf dem Laufsteg der Fall war. “Ich liebe es, wenn Kleidung zu einer Skulptur wird”, erklärt er, “man sieht die Form in drei Dimensionen und erkennt, wie sie mit dem Körper interagiert.” Loewe ist ein Sponsor der Ausstellung, und Anderson merkt an, dass die Fähigkeit der Ausstellung, die physischen Qualitäten eines Kleidungsstücks auf diese Weise hervorzuheben, für ihn einen Teil ihres Reizes ausmacht. “Wenn man Dinge aus einem Archiv nimmt, sie neu untersucht und versucht, etwas Altes zu erneuern oder eine Geschichte zu erzählen”, sagt er, “wie kann man dann ein neues Publikum ansprechen und gleichzeitig etwas nicht zu sehr erklären?”

Der großartigste technologische Moment der Show ist gleichzeitig auch der gewagteste. Ein extravagantes Hochzeitskleid, das die New Yorker Schauspielerin Natalie Potter in den 1930er-Jahren trug, wird durch eine interaktive Schnittstelle zum Leben erweckt, die von OpenAI speziell für die Show entwickelt wurde: “Das Team des Met hat uns eine Menge Quellendokumente, Fakten und Materialien über Natalie, ihr Leben und ihr Kleid zur Verfügung gestellt”, erklärt Isa Fulford, eine OpenAI-Technikerin. “Wir haben dem Modell individuelle Anweisungen gegeben, wie es mit den Besucher:innen im Stil und Tonfall von Natalies Stimme interagieren soll, und dann haben wir dem Modell Zugang zu all den Fakten über ihr Leben, ihr Kleid, ihre Hochzeit und mehr gegeben.” “Ich wollte ein Beispiel für ein Kleidungsstück haben, das aktiv darauf reagiert, dass man sich mit ihm beschäftigt”, erklärt Bolton. “Ich finde es in jeder Ausstellung ein wenig frustrierend, wie passiv die Objekte sind.”

Die Gestaltung der Ausstellungsräume

Hier in den Ausstellungssälen bestimmt die Bewegung die Stimmung. Die Gestaltung des physischen Raums für eine sinnliche Ausstellung war eine so gewaltige Aufgabe, dass Bolton sich an das Architekturbüro Leong Leong wandte, das von zwei Brüdern in New Yorks Chinatown geleitet wird. Anstelle traditioneller Galerien sahen Leong Leong einen einzigen, sich schlängelnden Gang vor, der sich zu einer Reihe runder, gewölbter Räume erweitert, die wie Perlen an einer Kette aufgereiht sind – eine Reihe von immersiven Räumen: “Das Design der Ausstellung ist episodisch: Man schreitet von einem Raum zum nächsten”, erklärt Dominic Leong. Im Mittelpunkt vieler Räume stehen Glasvitrinen, die an Glasglocken erinnern, Ikonen der wissenschaftlichen Objektivität. Die schlafenden Schönheiten hingegen liegen in der gesamten Ausstellung flach in Vitrinen und sind von Milchglas umgeben, das einen geisterhaften, holografischen Eindruck vermittelt.

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