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Eishockey-WM, Viertelfinale: Deutschland verzweifelt an der Schweiz

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Stand: 24.05.2024 00:11 Uhr

Diesmal war die Schweiz zu clever. Die Schweizer haben einen erneuten WM-Coup der deutschen Eishockey-Cracks und den dritten Halbfinal-Einzug binnen vier Jahren verhindert.

Am Donnerstag (23.05.2024) verlor die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis mit 1:3 (0:2, 1:0, 0:1) das WM-Viertelfinale in Ostrava gegen den Erzrivalen, gegen den sie 2021 und im vergangenen Jahr jeweils noch gewonnen und das Halbfinale erreicht hatte. Die Schweiz revanchierte sich damit auch für das Viertelfinal-Aus 2010 und die Niederlage im Entscheidungsspiel bei Olympia 2018.

Müller hadert mit den “Kleinigkeiten”

Moritz Müller sagte anschließend zur Sportschau: “Diese Schweizer Mannschaft wurde mit ihrer Zweikampfstärke genau dafür gebaut, Teams wie Deutschland zu schlagen. Auf diesem Niveau entscheiden dann Kleinigkeiten – wir sind einfach nicht mehr gefährlich genug vors Tor gekommen.”

Bundestrainer Harold Kreis gab zu: “Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die über 60 Minuten ihr Spiel durchgezogen hat. Die Fehler im ersten Drittel waren entscheidend. Es bleibt aber für mich als Trainer der Eindruck, dass meine Mannschaft in diesem Turnier alles gegeben und alles reingeworfen hat.”

Kahun mit dem einzigen Tor für Deutschland

In allen Spielen war die Schweiz jeweils der Favorit gewesen. Diesmal brachte sie es mit sechs NHL-Spielern um Topstar Roman Josi von den Nashville Predators auch erstmals aufs Eis.  Dominik Kahun (32. Minute) vom SC Bern schoss das einzige deutsche Tor in Überzahl. Christoph Bertschy (8./60.) sogar in Unterzahl und mit einem Treffer ins leere deutsche Tor sowie NHL-Top-Stürmer Nico Hischier (17.) erzielten die Tore für die Schweiz, die Schwächen in der deutschen Abwehr konsequent ausnutzte.

Negativer Höhepunkt war ein übler Kniecheck des Schweizers Andrea Glauser gegen JJ Peterka kurz vor dem ersten deutschen Tor, das indes nur mit einer Zwei-Minutenstrafe geahndet wurde. 

Großer Respekt vor Schweizer Powerplay

“Wir hatten zu viel Respekt. Den müssen wir im Spiel ablegen”, sagte Coach Kreis, der im vergangenen Jahr mit dem Finaleinzug im finnischen Tampere noch für die erste deutsche WM-Medaille seit 70 Jahren gesorgt hatte. “Wir haben unser Spiel dadurch verlangsamt und das Schweizer Spiel dadurch unbewusst beschleunigt. Somit haben sie mehr Momentum gehabt.” Der Respekt vor Power-Verteidiger Josi oder New Jerseys Hischier war extrem groß. Schon nach nur 13 Sekunden bekam das Team von Patrick Fischer aber die Chance in Überzahl.

Die im bisherigen Turnierverlauf immer mal wieder wackelige deutsche Defensive überstand da noch die erste Druckphase des Favoriten. Wie schon gegen die Top-Nationen USA (1:6) und Schweden (1:6) in der Vorrunde drohte die deutsche Defensive ohne Weltklasseverteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings auseinandergenommen zu werden. Zu einfach kamen Josi und Co. zu Torabschlüssen. 

DEB-Team kassiert Tor in Überzahl

Und dann patzte das Kreis-Team vor 6.583 Zuschauern ausgerechnet im bisher so starken eigenen Überzahlspiel. Mit einem Akteur mehr auf dem Eis verlor das deutsche Team den Puck, Bertschy konterte die Abwehr aus und traf zum 0:1. NHL-Torhüter Philipp Grubauer von den Seattle Kraken sah dabei nicht gut aus. Glück hatte der Keeper zudem bei einem Pfostenknaller nur eine Minute später. Für das 0:2 sorgte NHL-Star Hischier: Der Stürmer profitierte von einem Stockbruch von Gegenspieler Lukas Kälble und schoss den Puck problemlos ein.

“Wir müssen einfacher und schneller hinten rausfahren”, sagte Abwehrspieler Kai Wissmann nach den ersten 20 Minuten bei “MagentaSport”. Nice Sturm forderte bei “ProSieben” “eklige Tore”. Druck auf das Schweizer Tor machten die Deutschen aber erst zum Ende des zweiten Drittels in Überzahl. Der Schweizer Schlussmann Leonardo Genoni musste gegen die bisher so treffsichere deutsche Offensive lange Zeit kaum eingreifen. 34 Treffer nach der Vorrunde ist WM-Rekord für eine deutsche Nationalmannschaft.

Schweiz plötzlich aus dem Rhythmus

Das harte Foul an NHL-Stürmer Peterka brachte den bis dahin ideenlosen Vizeweltmeister zurück ins Spiel. Die bis dahin so überlegenen Schweizer hörten plötzlich auf, Eishockey zu spielen.

Erinnerungen an Riga 2021 kamen hoch. Damals lag die DEB-Auswahl auch nach dem ersten Drittel mit 0:2 zurück und siegte am Ende doch noch nach Penaltyschießen.

Grubauer aus dem Tor – Schweiz trifft zur Entscheidung

“Jetzt ist alles möglich”, sagte Kahun bei “MagentaSport”. Die Hoffnung des deutschen Stürmers bewahrheitete sich nicht. Die DEB-Auswahl versuchte Druck aufzubauen, konnte Genoni im Schweizer Tor aber nicht bezwingen und musste sich erstmals seit der WM 1992 in Prag der Schweiz in der K.o.-Runde geschlagen geben. Bertschy traf zur Entscheidung, als Deutschland Grubauer zugunsten eines weiteren Feldspielers aus dem Tor genommen hatte. 

Der weitere Spielplan

Ruhetag, Fr. 24.5.
Halbfinale, Sa., 25.5.

Schweden – Tschechien 14:20 Uhr

Kanada – Schweiz 18:20 Uhr

Finale, So. 26.5.

20:20 Uhr

Spiel um Platz drei, 26.5.

15:20 Uhr

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