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Elf Tage vor EM-Start: DFB-Elf mit Nullnummer gegen die Ukraine

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Unter den Augen von Bundeskanzler Olaf Scholz lieferten sich die DFB-Elf und die Ukraine einen flotten Schlagabtausch. Das Team von Julian Nagelsmann wollte den Siegtreffer unbedingt. Aber von 26 Torschüssen wollte keiner sitzen. Am Ende blieb es im vorletzten Test vor dem Eröffnungsspiel gegen Schottland beim 0:0. “Ich hatte schon den Eindruck, dass wir gewinnen wollten”, sagte Nagelsmann. Allerdings sah er noch Verbesserungspotenzial, “die Flanken müssen noch aggressiver kommen”.

Müller: “Ein Tor hätten wir heute verdient”

“Leider haben wir uns nicht belohnt für die Vielzahl der Tormöglichkeiten”, sagte Torwart Manuel Neuer nach dem torlosen Duell. Und lobte die “gute defensive Leistung.” Auch Thomas Müller fand: “Ein Tor hätten wir heute verdient gehabt.” Deshalb, “schade, dass wir keines gemacht haben.” Zufrieden zeigte sich auch FC-Bayern-Kollege Joshua Kimmich, denn “es war schon viel von dem da, was wir brauchen.”

“Ich bin froh, dass wir zu Null gespielt haben.” ARD-Experte Bastian Schweinsteiger

EM-Formation spielt sich noch ein

Nagelsmann setzte mit zwei Ausnahmen auf seine angedachte EM-Formation: Waldemar Anton und Pascal Groß ersetzten die Champions-League-Sieger Antonio Rüdiger und Toni Kroos. Im Tor stand zum ersten Mal seit dem Vorrunden-Aus bei der WM in Katar 2022 wieder Manuel Neuer.

Ansonsten vertraute der Bundestrainer der Elf, die im März gegen Frankreich (2:0) und die Niederlande (2:1) schon EM-Euphorie entfachen konnte. Als Außenverteidiger spielten wie erwartet Joshua Kimmich und Maximilian Mittelstädt. In der Offensive vertraute Nagelsmann auf die Jungstars Jamal Musiala und Florian Wirtz neben Kapitän Ilkay Gündogan, zentraler Angreifer war Kai Havertz. Die Ukraine war vorbereitet und ging mit einer Fünfer-Abwehrreihe in das Duell.

Das bekamen Wirtz und Musiala zu spüren, die sich trotz feinem Zuspiel in den ersten Minuten nicht bis zum ersten effektiven Torschuss durchwirbeln konnten. Im Gegenzug ließen die Ukrainer ihre Konterstärke aufblitzen. Mykhaylo Mudryk (4.) trieb den Ball aus dem Mittelfeld bis an den Strafraum und suchte den Abschluss. Ein entspannter freundschaftlicher Kick sollte es nicht werden.

Das 1:0 lag in der Luft

Die DFB-Elf konnte die durch stetes Pressing erarbeiteten Chancen zunächst nicht verwerten. So ging ein starker Pass von Groß direkt auf Gündogan (15.) der im Fünfer bereitstand, den ersten Treffer per Kopf aber knapp verpasste.

Das Nagelmann-Team erhöhte den Druck, doch noch fehlten Glück und Genauigkeit. Groß (29.) jagte wie Andrich das Leder über den Kasten. Die Blau-Gelben lauerten auf Konter und verteidigten vielbeinig und prüften in der 38. Minute zum ersten Mal Manuel Neuer. Der 38-Jährige stand beim wuchtigen Schuss von Stürmer Roman Yaremchuk jedoch goldrichtig und hatte das Spielgerät im Nachfassen sicher.

Kurz danach flipperten sich Wirtz und Musiala durch die Abwehrreihen. Der Münchner fand zwar eine Lücke für den Abschluss, doch das Leder strich knapp am linken Pfosten vorbei. “Die ersten 20-25 Minuten fand ich richtig gut. Dann haben wir einen Gang zurück geschalten“, sagte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger zum 0:0 Halbzeitstand. Aber: “Es ist ein sehr guter Test für uns“.

Nicht nur Beier empfiehlt sich

Nagelsmann tauschte doppelt und brachte Deniz Undav und Chris Führich für Gündogan und Wirtz. Es war jetzt mehr Druck im Angriff, doch die Blau-Gelbe Abwehr war weiter schwer zu knacken. Havertz (53.) nickte das Leder knapp am langen Eck vorbei. Für einen Aufschrei im Publikum sorgte dann der kurz zuvor eingewechselte Maximilian Beier, der den Ball in seinem ersten Länderspiel ans Aluminium nagelte. Und nur zwei Minuten später per Dropkick Keeper Trubin erneut prüfte.

Ex-Bayern-Coach Nagelsmann wechselte weiter und brachte nach Thomas Müller auch den Münchner Youngster Aleksandar Pavlovic ins Spiel. Den nächsten strammen Schuss aufs Tor trat aber Chris Führich.

Neuer sorgt für Schreckmoment

In der 89. Minute machte es dann Neuer noch einmal unnötig spannend. Der Keeper hatte seinen Kasten weit hinter sich gelassen und bekam den Ball fast im Mittelkreis zugespielt. Dort wählte er den Chip, der allerdings beim Gegner landete. Sein leichtsinniger Pass blieb zum Glück ohne Folgen. In der Nachspielzeit hätte es dann fast doch noch zum 1:0-Erfolg gereicht, doch Undav scheiterte am gut aufgelegten Trubin.

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