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Neue Zahlen: EU-Bevölkerung schrumpft und altert selbst mit stabiler Zuwanderung – so steht Deutschland im EU-Vergleich da

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Neue Zahlen: EU-Bevölkerung schrumpft und altert selbst mit stabiler Zuwanderung – so steht Deutschland im EU-Vergleich da

Die Bevölkerung in Euro würde ohne Zuwanderung stark schrumpfen und altern.
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  • Die EU-Bevölkerung würde ohne Zuwanderung bis zum Jahr 2070 um 20 Prozent abnehmen, zeigen neue Zahlen. Selbst bei stabiler Zuwanderung schrumpft Europas Bevölkerung.
  • Und sie altert. In allen EU-Ländern würden schon bald nur noch höchstens zwei Erwerbstätige auf einen Menschen im Ruhestand kommen.
  • Die Zahlen und Grafiken zeigen die Wucht des demografischen Wandels – und wie Deutschland im EU-Vergleich abschneidet.

Die Bevölkerung in der Europäischen Union schrumpft und altert schnell. Abgemildert wird dieser demografische Wandel seit Jahren durch Zuwanderung. Wie stark diese Effekte wirken zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Sie zeigen, dass die Bevölkerung in der EU in wenigen Jahren deutlich abnehmen, das Durchschnittsalter und der Anteil der Rentner selbst bei einer stabilen Zuwanderung in kurzer Zeit deutlich abnehmen würde. Auch in Deutschland.

Als Basis nehmen die Statistiker das Jahr 2023. Anfang des Jahres lebten in der EU 451,4 Millionen Menschen. Bis zum Jahr 2070 würde die EU-Bevölkerung voraussichtlich um fast 20 Millionen Menschen auf 432,2 Millionen schrumpfen. Ein Rückgang um 4,2 Prozent. Selbst wenn dabei angenommen wird, dass in jedem Jahr per Saldo 1,2 Millionen Menschen in die EU zuwandern.

Ohne diese stabile Nettozuwanderung würde die EU-Bevölkerung sehr viel deutlicher um gut 20 Prozent auf 358,4 Millionen Menschen im Jahr 2070 zurückgehen. Um ein leichtes Wachstum der Bevölkerung von etwa drei Prozent zu erreichen, müsste die jährliche Zuwanderung um ein Drittel höher liegen als die aktuellen 12 Millionen pro Jahr. Dann würden in der EU (in ihren heutigen Grenzen) 2070 voraussichtlich 465 Millionen Menschen leben.

Die demografische Entwicklung ist in den EU-Staaten dabei sehr unterschiedlich. „Während Malta, Luxemburg, Schweden und Irland mit deutlichen Bevölkerungsgewinnen zu rechnen haben, würde die Bevölkerungszahl insbesondere in den ost- und südeuropäischen Mitgliedstaaten abnehmen“, schreiben die Statistiker. Für Deutschland ergibt sich für 2070 bei einer stabilen Zuwanderung ein geringfügiger Bevölkerungsrückgang um 0,4 Prozent.

Alternde Gesellschaft: 2070 ein Drittel über 65

Eine schrumpfende Bevölkerung verringert auch das Potenzial einer Volkswirtschaft für Wachstum. Das besondere Problem des aktuellen Wandels ist aber, dass er mit einer starken Alterung der Gesellschaft einhergeht. Während die Zahl der Menschen im Erwerbsalter besonders stark abnimmt, steigt die Zahl der Alten noch für längere Zeit – und damit auch der Anteil der Rentner und Pensionäre.

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„Der Anteil der EU-Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter wird gemäß Basisvariante von 21,2 Prozent am Anfang des Jahres 2023 auf 30,5 Prozent im Jahr 2070 ansteigen“, errechnen die Statistiker. „Diese Entwicklung lässt sich auch durch mehr Nettozuwanderung nur leicht dämpfen“. Selbst im Szenario mit einer erhöhten Zuwanderung steige der Anteil der Bevölkerung 65 bis 2070 auf 29,5 Prozent.

Anfang 2023 hatten Italien (24,0 Prozent), Portugal (23,9) sowie Finnland (23,1) die höchsten Anteile der 65-Jährigen und Älteren. 2070 wird nach der EU-Vorausberechnung Litauen mit 36 Prozent den höchsten Anteil älterer Menschen haben. Deutschland befindet sich nach dieser Rechnung mit knapp 29 Prozent im unteren Drittel. Am geringsten ist der Anteil der Menschen im Alter 65plus mit 27 Prozent dann in Schweden.

Schweden mit dem höchsten Anteil unter 20-Jähriger

Mit der Alterung der Bevölkerung sinke in der EU entsprechen der Anteil der unter 20-Jährigen von 20,3 Prozent Anfang 2023 auf nur noch 17,9 Prozent im Jahr 2070. Langfristig würden Schweden, Frankreich und Dänemark mit voraussichtlich jeweils 20 Prozent den höchsten Anteil junger Menschen verzeichnen. In Deutschland liege der Anteil der unter 20-Jährigen stabil bei rund 19 %.

Immer weniger Menschen im Erwerbsalter

In der Konsequen stünden in den EU-Staaten immer weniger Menschen im Erwerbsalter einer immer größeren Zahl an Menschen im Rentenalter gegenüber. „Der Altenquotient bildet das Verhältnis der Personen im Rentenalter (hier: 65 Jahre und älter) zu 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (hier: 20 bis unter 65 Jahren) ab, erläutern die Statistiker. In der Basisvariante steige dieser Altenquotient bis 2070 von 36 auf 59. In der EU liege der Altenquotient dann in Litauen mit 73 am höchsten. Am niedrigsten liegt der Wert mit 50 in Schweden. Dort kommen also gerade nochzwei erwerbsfähige Personen auf eine Person im Rentenalter. Deutschland nimmt mit einem Quotienten von 54 den Rang vier ein.

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