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Böhmermann-Sendung kostete Schönbohm 2022 Posten als BSI-Chef: Interne Mails zeigen, wie das ZDF Fakten unter den Tisch fallen ließ

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picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd, Getty Images / picture alliance, Collage: Business Insider

Am 6. Juni dieses Jahres findet in München die Gerichtsverhandlung zwischen dem früheren BSI-Chef Arne Schönbohm und dem ZDF statt. Der Beamte hat in Folge der Sendung vom Oktober 2022 mit Moderator Jan Böhmermann seinen Posten beim BSI verloren. Schönbohm reichte Klage ein.

Schönbohm kritisiert darin, dass der Beitrag verleumderisch und falsch sei. Das ZDF weist die Kritik bislang zurück.

Erstmals zeigen jetzt Gerichtsunterlagen, wie die Böhmermann-Redaktion recherchiert hat und wie entscheidende Fakten unter den Tisch gefallen sind. Passten sie nicht ins Narrativ der Sendung? Schönbohms Anwalt wirft dem ZDF jedenfalls Manipulation und erfundene Fakten vor. Die Böhmermann-Redaktion weist das zurück.

Wenn sich ZDF-Moderator Jan Böhmermann in seiner Sendung „ZDF Magazin Royale“ ein Thema vornimmt, sind ihm hohe Reichweite und viele Reaktionen gewiss. Doch die Wucht, die seine Sendung vom 7. Oktober 2022 in der Öffentlichkeit entfaltete, dürfte selbst ihn überrascht haben.

Damals warf Böhmermann dem Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor, eine Gefahr für die Cybersicherheit in Deutschland zu sein. BSI-Präsident Arne Schönbohm habe demnach zu enge Verbindungen zu einem von ihm vor Jahren gegründeten Verein (Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.), dessen Nachfolger als amtierender Vereinspräsident Kontakte zu russischen Geheimdiensten eingeräumt habe. Und während ein vermeintliches Mitgliedsunternehmen wegen Spionageverdacht längst im Visier von US-Behörden wie dem FBI sei, zeige sich Schönbohms Behörde völlig ahnungslos, was russische IT-Firmen in Deutschland treiben.

Gerichtsunterlagen zeigen Arbeitsweise von Böhmermann-Redaktion

Harte Vorwürfe, aus denen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) schnell Konsequenzen zog: Schönbohm verlor kurz nach der Sendung seinen Posten und wurde Ende 2022 strafversetzt. Doch anderthalb Jahre später ist das umso erstaunlicher, wenn man sich Gerichtsunterlagen anschaut, die im anstehenden Prozess zwischen Schönbohm und dem ZDF am 6. Juni in München eine Rolle spielen. Der frühere BSI-Chef wirft dem Sender wegen der Böhmermann-Sendung Rufschädigung vor und hat ihn auf mindestens 100.000 Euro Schadensersatz verklagt.

Die uns exklusiv vorliegenden Dokumente zeigen erstmals, wie die Böhmermann-Redaktion in der BSI-Affäre recherchierte, welche Antworten sie vom BSI erhielt – und wie oft diese in der Sendung unter den Tisch fielen, obwohl sie entscheidend sind für die Einordnung des Falls.

Fast drei Wochen vor der Sendung die erste E-Mail

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